ART IN DIALOG Fakultät für das Studium fundamentale
art in dialog

karen van den berg

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art in dialog

etablierte von 1999 bis 2003 künstlerische Praxis als Bestandteil von Lehre und Forschung an der Universität Witten/Herdecke und realisierte Ausstellungen, Vorträge und Kunstinszenierungen.

art in dialog
war Bestandteil der ›Fakultät für das Studium fundamentale‹ und des B.A.–Studiengangs ›Philosophie und Kulturwissenschaften. Kulturtheorie, Kulturmanagement und künstlerische Praxis‹

art in dialog
war Mitgründer von ›next:The Institute for Multi-Diciplinary Studies‹ [www.next.ag].

art in dialog
verstand sich als Bindeglied zwischen Gegenwartskunst und Wissenschaften.

art in dialog
entwarf einen Raum für Künstler, Studierende, Wissenschaftler und Gäste.

art in dialog
stellte radikal gegenwärtige künstlerische Positionen in neue Kontexte.

art in dialog
realisierte zwei externe Projekte:
›Echo’s Pool – fünf jüdische Landfriedhöfe + fünf künstlerische Einlassungen‹
›unikat – die Künste, die Wissenschaften und andere Verhältnisse‹


Kunst Wissenschaft Gesellschaft

Die Universität Witten/Herdecke hat als einzige Universität Deutschlands künstlerische Praxis zum allgemein verbindlichen Teil der Lehre und der Universitätskultur gemacht. Neben und mit den Bereichen Musik und Theater veranstaltet ›art in dialog‹ Seminare und Projektarbeiten mit Gegenwartskünstlern in den Medien Malerei, Film, Foto- und Environmental-Art. Zudem stellen Künstler in der Universität im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen und Ausstellungen ihre Arbeit vor. All dies ist Teil des Studiums aller Fachbereiche. Wissenschaft und Künste führen hier eine Koexistenz, die neue Sichtweisen produziert und so in der deutschen Hochschullandschaft einmalig ist.
Seit August 2002 wird darüber hinaus von der Fakultät für das Studium fundamentale ein eigener B.A.-Studiengang angeboten. Unter dem Titel ›Philosophie und Kulturwissenschaften‹ werden hier die Kompetenzen Kulturtheorie, Kuturmanagement und künstlerische Praxis ausgebildet.
Als Mitgründer von ›next: The Institute for Multi-Disciplinary Studies‹ ist ›art in dialog‹ zudem Teil einer multidsiziplinären Forschungseinheit, die themenorientierte Studien erarbeitet, künstlerische Erkenntnisprokuktion zum Bestandteil der Forschung macht und wissenschaftliche Beratung leistet. next: verbindet Forschen, Beraten und Kuratieren und antwortet damit auf Defizite herkömmlicher Formen der Wissensproduktion und –präsentation. next: The Institute for Multi-Disciplinary Studies wurde am 17. Oktober 2002 aus den Fakultäten der Universität Witten/Herdecke gegründet [www.next.ag] und veranstaltet jährlich eine ›future:fashion:show‹, die eine Vorstellung und Analyse aktueller Theoriemoden bietet. Die erste ›future:fashion:show‹ fand zum Thema ›depressionen: rezessionen: revisionen‹ statt.

Gegenwart: Kunst

›art in dialog‹ setzte die spezifisch künstlerischen Produktionsweisen kulturellen Wissens in eine andere Wahrnehmung, als dies im kunstinstitutionellen Kontext gemeinhin geschieht. Vor allem konstruierte ›art in dialog‹ einen künstlerischen Arbeitskontext in einem wissenschaftlichen Umfeld.
Seit einigen Jahren hat sich verstärkt eine künstlerische Praxis entwickelt, die sich auf ganz andere gesellschaftliche Zusammenhänge als Museen, Galerien oder Kunstmärkte bezieht. Eine eigene Form diskursiver Kultur und Bildproduktion ist entstanden, welche die institutionalisierten Grenzen des Betriebssystems Kunst nur noch als ein mögliches Bezugsfeld unter vielen nutzt. Selbst die großen international wegweisenden Kunstinszenierungen versuchen vermehrt, sich in diskursive Foren zu verwandeln, um die Rolle der Kunst in der gesellschaftlichen Erkenntnisproduktion neu zu beschreiben.
Umgekehrt wird künstlerische Praxis mit ihrer Erneuerungsmanie und Formfindungskompetenz von Wissenschaft und Wirtschaft als paradigmatische Realisierungsform neuer Hinsichten begriffen.
Wenn man künstlerische Praxis als ein Element kultureller Erkenntnisproduktion neben anderen versteht, dann ist es evident, sie im Zusammenhang anderer Produktions- und Diskursumgebungen anzusiedeln. In diesem Sinne wollte ›art in dialog‹ einen Raum zur Produktion undisziplinierter Zukunftsbilder entwickeln.

Die Arbeit von ›art in dialog‹ bestand einerseits in der Inszenierung von Gegenwartskunst in der Universität Witten/Herdecke und ihrer Vermittlung durch Seminare, Workshops und öffentliche Veranstaltungen, andererseits in der Realisation externer Ausstellungsprojekte und künstlerischer wie theoretischer Interventionen im nicht kunstinstitutionellen Raum.

Ziel der internen Arbeit auf dem Campus war die Irritation, Umwertung und Anreicherung der Universität durch Kunst und die Konstruktion einer Plattform, die die Zusammenarbeit von Studierenden, Wissenschaftlern und Gegenwartskünstlern (›artists in dialog‹) ermöglicht. Die bisherigen ›artists in dialog‹ waren: Barbara Köhler (D), Apolonija Sustersic (SLO), Beat Streuli (CH), David Hardy (D)[gemeinsam mit Victor Victor (F) und Miki Nitadori (JAP)]; Thomas Locher (D), Andrea Wolfensberger (CH), Jörg Lenzlinger und Gerda Steiner (CH).

Das wichtigste externe Projekt von ›art in dialog‹ war ›Echo´s Pool‹, ein Projekt zur Realisierung von fünf künstlerischen Arbeiten im Umfeld von fünf jüdischen Landfriedhöfen am Niederrhein. ›Echo´s Pool‹ wollte durch Kunst eine andere als die holocaustfixierte Rezeption dieser Orte in den Blick rücken. Die Entwicklung der Werke wurde begleitet von einer kulturtheoretischen Debatte zu kollektiven Identitäten (beteiligte Künstler: Christine Borland (GB), Stefan Kern (D), Thomas Locher (D), Jörg Lenzlinger/Gerda Steiner (CH) und Richard Serra (USA).
Ein weiteres externes Projekt war ›Kundschaft – Kunst bildet öffentliche Räume‹. Hier arbeitete ›art in dialog‹ mit der Stadt Witten, Künstlern und Studenten zusammen (beteiligte Künstler: Apolonija Sustersic (SLO), Judith Samen (D), Andrew McNiven (GB) und Ayse Erkmen (TÜK)).