


Mittwoch / Donnerstag / 27. und 28. Juni 2001
Die Sichtbarkeit des Vergangenen I
Dr. Karen u. Jörg van den Berg [Kunstwissenschaftler, art in
dialog, uni-wh];
Sebastian Manhart, [Historiker, Universität Trier]
Echos Pool Eröffnung und Einführung
Professor Dr. Stephan Schmidt-Wulffen,
[Rektor der Hochschule der Künste, Wien]
Die Gegenwart des Kunstwerks, Die Erinnerung der Zukunft
Professor Dr. Jörn Rüsen Historiker,
[Präsident des Kulturwissenschaftlichen Instituts des Landes NRW, Essen]
Wie zukunftsfähig ist Geschichte? Die Zukunft der Erinnerungskultur
Professor Dr. Dirk Baecker
[Soziologe, uni-wh]
Zukunftsfähigkeit der Kultur jenseits der Erinnerungskultur
Professor Dr. Harald Welzer
[Sozialpsychologe, Psychologisches Institut der Universität Hannover]
Die Konstruktion von Vergangenheit. Wie die nationalsozialistischen Verbrechen
im deutschen Familiengedächtnis nicht erinnert werden.
Professor Dr. Armin Nassehi
[Soziologe, Universität München]
Die Gegenwart der Vergangenheit. Zur Politik der ErinnerungDie Sichtbarkeit
des Vergangenen II
Thomas Locher, [Künstler, Berlin]
Bild, Text, Kontext, Geschichte
Fabian Steinhauer
[Rechtsanwalt; wiss. Mitarbeiter am Lehrstuhl f. Ästhetik, Universität
Wuppertal]
Vergeßlichkeitsgarantien. Vorbemerkungen zu Körperlichkeit und
Tod im Moment der Äußerung. Die Lebenden und die Toten
Professor Dr. Michael Brocke,
[Direktor des Salomon Ludwig Steinheim Institut für Deutsch-Jüdische
Geschichte, Universität Duisburg]
Formen und Orte des jüdischen Totengedenkens
Professor Dr. Dr. h.c. Arnold Angenendt
[em. Professor für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte, Universität
Münster]
Formen und Orte des christlichen Totengedenkens
Rabbiner Dr. Michael Goldberger
[ehem. Rabbiner Düsseldorf, seit Januar 2001 Schulleiter in Zürich]
Judentum als Erinnerungskultur? Perspektiven jüdischer Flexidoxie
Dr. Avriel Bar-Levav
[Literaturwissenschaftler, Ben-Gurion University of the Negev, Beer-Sheva]
The Cemetery in Jewish Thought
Abschlußdiskussion
Paul Spiegel
[Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland]
Öffentlicher Vortrag: Hat jüdische Kultur in Deutschland eine
Zukunft?
Jüdische Gemeinden wie auch das Judentum in Deutschland insgesamt befinden
sich in einer Umbruchsituation. Zum einen kommt eine junge Generation von
im Nachkriegsdeutschland geborenen Juden zunehmend in zentrale Positionen
in den jüdischen Gemeinden, während sich die Generation der Überlebenden
des Holocaust langsam aus der Öffentlichkeit zurückzieht, zum
anderen wachsen die jüdischen Gemeinden in den letzten Jahren durch
die Einwanderung von Juden aus Osteuropa rapide an, was enorme Integrationsanstrengungen
der Gemeinden zur Folge hat. Beide Prozesse führen zu einer Neufassung
jüdischen Selbstverständnisses nach innen wie nach außen,
die insbesondere auch in einer innerjüdischen Debatte über Zukunft
und Rolle des Judentums in Deutschland erfolgt. Paul Spiegel, der Präsident
des Zentralrats der Juden in Deutschland, wird im Rahmen des Symposions
Echos Pool Ein Beitrag zur Zukunft jüdischer Kultur<
am nächsten Donnerstag, den 28. Juni, 19.00 Uhr, im Großen Hörsaal
der Universität Witten/Herdecke einen Vortrag über eine mögliche
Zukunft jüdischer Kultur in Deutschland mit anschließender Diskussion
halten, der sich mit eben diesen Fragen auseinandersetzt.
Paul Spiegel kennt die vielfältigen Probleme der Gemeindearbeit aus
seiner Düsseldorfer Gemeinde genau: so müssen jüdische Kindergärten
und jüdischer Religionsunterricht an den Schulen eingerichtet, aber
auch die Vermittlung jüdischer Religion an die schon erwachsenen Zuwanderer
ermöglicht werden. Zugleich hat sich Paul Spiegel immer wieder in die
öffentliche Debatte über die Rolle und das Selbstverständnis
deutscher Juden eingeschaltet und dabei seine prinzipiell positiven Erwartungen
an die Zukunft jüdischer Kultur in Deutschland geäußert.Hierin
hat er sich auch nicht durch die rechtsradikalen und antisemitischen Anschläge
der letzten Zeit entmutigen lassen.