Uni WH LOGO ART IN DIALOG Fakultät für das Studium fundamentale
art in dialog
now
projects uni wh
extern projects


echos pool
kundschaft
bleibe
auf der hoehe

artists
texts
spornsors
symposium

Das Symposion »Echo's Pool – ein Beitrag zur Zukunft jüdischer Kultur in Deutschland« hat an der Konzeption eines zukunftsorientierten Begriffs von Erinnerung gearbeitet und einen Diziplingrenzen überschreitenden Diskurs hierüber angestoßen. Vor dem Hintergrund der jüngsten öffentlichen Debatten über Erinnerung und Identität wurden künstlerische, religiöse und wissenschaftliche Positionen produktiv aufeinander bezogen. In einem ersten Schritt ging es um das Verhältnis von Geschichte und Kunst, wie und ob in der Kunst Zeit als Vergangenheit und Zukunft erfahrbar werden können. Ein zweiter Teil des Symposions befaßte sich mit der Funktion von Erinnerung und fragte nach ihrer tatsächlichen Bedeutung für eine Theorie der Kultur und die kulturelle Praxis. Drittens ging es um konkrete Formen jüdischen und christlichen Totengedenkens und den viel beschworenen Stellenwert der Erinnerung in der jüdischen Religion. Das Symposion wurde mit einem öffentlichen Vortrag von Paul Spiegel abgeschlossen.

Mittwoch / Donnerstag / 27. und 28. Juni 2001

Die Sichtbarkeit des Vergangenen I

Dr. Karen u. Jörg van den Berg [Kunstwissenschaftler, art in dialog, uni-wh];
Sebastian Manhart, [Historiker, Universität Trier]
Echo’s Pool – Eröffnung und Einführung

Professor Dr. Stephan Schmidt-Wulffen,
[Rektor der Hochschule der Künste, Wien]
Die Gegenwart des Kunstwerks, Die Erinnerung der Zukunft

Professor Dr. Jörn Rüsen Historiker,
[Präsident des Kulturwissenschaftlichen Instituts des Landes NRW, Essen]
Wie zukunftsfähig ist Geschichte? Die Zukunft der Erinnerungskultur

Professor Dr. Dirk Baecker
[Soziologe, uni-wh]
Zukunftsfähigkeit der Kultur jenseits der Erinnerungskultur

Professor Dr. Harald Welzer
[Sozialpsychologe, Psychologisches Institut der Universität Hannover]
Die Konstruktion von Vergangenheit. Wie die nationalsozialistischen Verbrechen im deutschen Familiengedächtnis nicht erinnert werden.

Professor Dr. Armin Nassehi
[Soziologe, Universität München]
Die Gegenwart der Vergangenheit. Zur Politik der ErinnerungDie Sichtbarkeit des Vergangenen II

Thomas Locher, [Künstler, Berlin]
Bild, Text, Kontext, Geschichte

Fabian Steinhauer
[Rechtsanwalt; wiss. Mitarbeiter am Lehrstuhl f. Ästhetik, Universität Wuppertal]
Vergeßlichkeitsgarantien. Vorbemerkungen zu Körperlichkeit und Tod im Moment der Äußerung. Die Lebenden und die Toten

Professor Dr. Michael Brocke,
[Direktor des Salomon Ludwig Steinheim Institut für Deutsch-Jüdische Geschichte, Universität Duisburg]
Formen und Orte des jüdischen Totengedenkens

Professor Dr. Dr. h.c. Arnold Angenendt
[em. Professor für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte, Universität Münster]
Formen und Orte des christlichen Totengedenkens

Rabbiner Dr. Michael Goldberger
[ehem. Rabbiner Düsseldorf, seit Januar 2001 Schulleiter in Zürich]
Judentum als Erinnerungskultur? Perspektiven jüdischer Flexidoxie

Dr. Avriel Bar-Levav
[Literaturwissenschaftler, Ben-Gurion University of the Negev, Beer-Sheva]
The Cemetery in Jewish Thought

Abschlußdiskussion

Paul Spiegel
[Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland]
Öffentlicher Vortrag: Hat jüdische Kultur in Deutschland eine Zukunft?


Jüdische Gemeinden wie auch das Judentum in Deutschland insgesamt befinden sich in einer Umbruchsituation. Zum einen kommt eine junge Generation von im Nachkriegsdeutschland geborenen Juden zunehmend in zentrale Positionen in den jüdischen Gemeinden, während sich die Generation der Überlebenden des Holocaust langsam aus der Öffentlichkeit zurückzieht, zum anderen wachsen die jüdischen Gemeinden in den letzten Jahren durch die Einwanderung von Juden aus Osteuropa rapide an, was enorme Integrationsanstrengungen der Gemeinden zur Folge hat. Beide Prozesse führen zu einer Neufassung jüdischen Selbstverständnisses nach innen wie nach außen, die insbesondere auch in einer innerjüdischen Debatte über Zukunft und Rolle des Judentums in Deutschland erfolgt. Paul Spiegel, der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, wird im Rahmen des Symposions ›Echo’s Pool – Ein Beitrag zur Zukunft jüdischer Kultur< am nächsten Donnerstag, den 28. Juni, 19.00 Uhr, im Großen Hörsaal der Universität Witten/Herdecke einen Vortrag über eine mögliche Zukunft jüdischer Kultur in Deutschland mit anschließender Diskussion halten, der sich mit eben diesen Fragen auseinandersetzt.
Paul Spiegel kennt die vielfältigen Probleme der Gemeindearbeit aus seiner Düsseldorfer Gemeinde genau: so müssen jüdische Kindergärten und jüdischer Religionsunterricht an den Schulen eingerichtet, aber auch die Vermittlung jüdischer Religion an die schon erwachsenen Zuwanderer ermöglicht werden. Zugleich hat sich Paul Spiegel immer wieder in die öffentliche Debatte über die Rolle und das Selbstverständnis deutscher Juden eingeschaltet und dabei seine prinzipiell positiven Erwartungen an die Zukunft jüdischer Kultur in Deutschland geäußert.Hierin hat er sich auch nicht durch die rechtsradikalen und antisemitischen Anschläge der letzten Zeit entmutigen lassen.