
»auf der Höhe« ist eine gemeinsame Initiative des »Westerwaldkreises«,
des »Ministeriums für Kultur, Jugend, Familie und Frauen«
sowie des »Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft
und Weinbau«.
»auf der Höhe« will in den nächsten fünf Jahren
zehn skulpturale Projekte von zehn international renommierten Künstlerpersönlichkeiten
im Umfeld einer neugebauten Landesstrasse durch den Westerwald realisieren.
Die Landesstrasse L313/L307/L305 verbindet auf einer Streckenlänge
von ca. 16 km die Orte Montabaur, Wirges, Mogendorf, Vielbach, Selters und
Herschbach; ihr Verkehrsaufkommen liegt bei 5.000 bis 8.000 Fahrzeugen pro
Tag. Dabei durchzieht die Landesstrasse den Westerwald in einem seiner kulturell
wie landschaftlich interessantesten Teile: Kirchen, Klöster, Schlösser,
die Tongruben des weltbekannten »Kannenbecker Landes« und die
Westerwälder Seenplatte prägen das Bild. Zugleich aber haben Industrieansiedlungen
und die ihnen folgende veränderte Infrastruktur hier entscheidende
Spuren hinterlassen. Der Tonabbau, die tonverarbeitende Industrie, der Basalt-
und Trachytabbau haben der Landschaft entlang der Straße verändert.
Der Fremde durchfährt »städtische Dörfer« und
»dörfliche Städte« und erfährt dazwischen die
Landschaft mit ihren weiten Höhen, offenen Tälern im Wechsel der
Waldungen, die der Region den Namen geben. Zugleich hat die Straße
als Rückgrat der Verkehrsinfrastruktur wesentlich zur Entwicklung der
Region zu einem der wirtschaftlich stärksten Kreise beigetragen. Ein
besonders wichtiger Baustein einer neuen infrastrukturellen Dimension wird
die in Bau befindliche ICE-Trasse Köln - Rhein/Main und hier vor allem
der neue Bahnhof Montabaur werden. Von diesem neuen Bahnhof, der derzeit
unmittelbar neben der Bundesautobahn A3 gebaut wird, zieht die Landesstrasse
in östlicher Richtung in den Westerwald.
Ausgehend von diesen regionalen Gegebenheiten haben die Künstler Eberhard
Bosslet [D], Heinz Breloh [†], Dellbrügge & de Moll [D], Rineke
Dijkstra [NL], Olafur Eliasson [DK], Ludger Gerdes [D], Ueli Michel [†],
Dan Peterman [USA], Judith Samen [D] und Apolonija Sustersic [SLO] orts-
und landschaftsbezogene Ideen entwickelt, die die Region zum Zeichen einer
Neuorientierung und kulturellen Veränderung machen können. Die
Entwürfe gehen auf vielschichtige Weise mit den Eigenheiten und Qualitäten
dieser Region um. Anders als bei üblichen Skulpturenstrassen wird hier
keine Atelierkunst zur Möblierung des Außenraums entstehen. Die
konzipierten Arbeiten orientieren sich zuerst an den Funktionen einer Straße,
wie fortbewegen, rasten, verbinden, Landschaft bestimmen usw. Diese Funktionen
werden in den künstlerischen Arbeiten aufgegriffen und um neue, ästhetische
Dimensionen erweitert.
Das Gesamtprojekt wird von dem Leipziger Büro »quartier vier«,
bestehend aus Architekten, Landschaftsarchitekten und Objektdesignern begleitet,
die durch übergreifende Gestaltungsmittel, das angestrebte Sinnganze
verstärken.
Stand des Projekts
Die Modellphase von »auf der Höhe« wurde bisher durch eine
Anschubfinanzierung der Initiatoren ermöglicht. Die Konzepte der Künstler
wurden vorgestellt. In der Realisierung befinden sich die Arbeiten von Dan
Peterman und Dellbrügge & de Moll.
Kurator des Projektes ist der Künstler Erwin Wortelkamp [Hasselbach,
Ww.]. Das Projekt »auf der Höhe« ist Bestandteil seiner
seit 1975 verfolgten übergeordneten »Westerwald-Idee«,
zu der als erster Realisationsschritt seine in Hasselbach/Werkhausen im
letzten Jahr abgeschlossene Anlage »im Tal« gehört. Dort
sind 35 Künstler in Kooperation mit Landschaftsarchitekten und Kunstwissenschaftlern
beteiligt. Die konkrete Projektkonzeption »auf der Höhe«
und die Auswahl der Künstler stammt von Erwin Wortelkamp sowie den
Kokuratoren Dr. Karen und Jörg van den Berg [art in dialog, Private
Universität Witten/Herdecke gGmbH].
Künstler, Initiatoren, »quartier vier« und Kuratoren haben
sich mehrfach getroffen, um gemeinsam Orte und Landschaft des Westerwaldes
zu erfassen. Für die vorgesehenen Standorte wurden Ideen gesammelt,
diskutiert und zum Teil in Modellen umgesetzt. Alle Vorschläge basieren
auf der Grundlage, Materialien und Werkstoffe zu verwenden, die Realisationen
vor Ort möglich machen.
Das Projekt »auf der Höhe« könnte in 5 Jahren verwirklicht
werden. Um dies zu erreichen, werden die bereits begonnenen Gespräche
mit den Verantwortlichen der jeweiligen Kommunen fortgesetzt. Ziel soll
es sein, die Idee in den Gemeinden so zu vertreten, dass das Projekt in
der Bevölkerung angenommen wird und die jeweils ortsbezogenen Werke
bzw. Anlagen so zu einem Teil der Landschaft werden.
Einzelne, Gruppen, Firmen und nicht zuletzt Kommunen sollen gewonnen werden,
um gemeinsam diese Idee Wirklichkeit werden zu lassen. Von großer
Bedeutung für das bisherige und das zukünftige Gelingen des Projektes
sind die Unterstützungen aus den beiden beteiligten Ministerien, die
in Aussicht gestellte Förderung durch die Rheinland-Pfalz Stiftung
sowie die ehrenamtlichen Aktivitäten von Manfred Werz [Präsident
a.D. des Straßenbauamts Diez] und von Dr. Manns [Manns -Ingenieure,
Wirges].