Uni WH LOGO
art in dialog
now
projects uni wh
extern projects

echos pool
kundschaft
bleibe
auf der hoeheaboutartists
artists
texts
spornsors
auf der Höhe


Eberhard Bosslet [D], Heinz Breloh [†], Dellbrügge/de Moll [D], Rineke Dijkstra [NL], Olafur Eliasson [DK], Ludger Gerdes [D], Ueli Michel [†], Dan Peterman [USA], Apolonija Sustersic [SLO] , Judith Samen [D]Artists projects


Eberhard Bosslet
* 1953 in Speyer, lebt in Dresden und Duisburg

Bosslet verwendet in seinen Arbeiten ausschließlich Produkte, Fertigteile und Techniken aus der industriellen Arbeitswelt und der Bauindustrie: Baustützen, Luftkissen, Pumpen, Schleuche, Verpackungsbänder, Gerüstbauteile u.a. Sie verkeilen, stützen und verspannen sich zu statisch und formal aufeinander angewiesenen Gefügen, die nur noch die Funktion besitzen, sich selbst aus Kraft und Gegenkraft zusammenzuhalten.

Für »auf der Höhe« hat Bosslett, der als Professor an der Dresdener Kunstakademie lehrt, die Arbeit »Autist« konzipiert, die aus einer 10m hohen transparenten Turmstruktur, einer Betonwand und einer 13 m durchmessenden Kreisringscheibe aus Asphalt mit Fahrbahnmarkierungen besteht.


Heinz Breloh
* 1940 in Hilden, 2001 gest. in Köln

Brelohs plastische Arbeiten entstehen direkt und unmittelbar aus der Begegnung von Material und Körper. Er arbeitet zumeist mit Gips und/oder Ton, wobei er die Materialien ohne Werkzeuge mit Körper und Händen formt. Die Arbeiten lassen die Choreographie der Berührung, der Verformung, des Kampfes, des Tanzes mit dem Material erkennen. Zu Brelohs herausragenden Fähigkeiten gehören Perfektion und Witz im inszenatorischen Umgang mit Räumen, ein Aufbrechen der Erwartungen an das Umfeld durch präzise Einpassungen subversiver Formen.
Sein Projekt »Das Lied von der Erde«, das er für das Umfeld einer Tongrube in Mogendorf vorschlägt, versteht er als Hommage an den Westerwald. Es besteht aus drei Elementen: einem künstlich angelegten ellipsoid geformten See, darin befindlich, im Wasser teilweise versenkten gold lasierten Terrakottaskulpturen und einer in einen Hügel eingegrabenen überlebensgroßen Hohlform, in die man durch eine den Hügel abschließenden Glasplatte hineinsehen kann.


Dellbrügge/de Moll
* 1961 Christiane Dellbrügge in Moline, Illinois, USA
* 1961 Ralf de Moll in Saarlouis; leben in Berlin

Die Projekte und Arbeiten von Dellbrügge/de Moll werten Räume nicht nur ästhetisch, sondern auch in ihren sozialen und funktionalen Bedingungen um. Durch Texte, Architekturen, Möbel, Handlungsanweisungen und Spiele bauen sie Benutzungsmöglichkeiten auf, die oft ironische Zirkelschlüsse produzieren und die zuvor scheinbar ungestörte Funktionalität des gesamten Umfeldes ad absurdum führen.

Für »auf der Höhe« schlagen sie den Bau einer Formel 1-Tribüne vor, von der aus sich ein erhöhter Prospekt über Landschaft und Straße bietet. Wer die Tribüne betritt, wird durch sein teilnehmendes Schauen zugleich selbst Teil des sichtbaren Straßengeschehens. Die Anbringung der Namen aller am Projekt beteiligten Künstler in den Logos der großen Formel 1-Sponsoren verweist zugleich auf den Kontext, in dem die Tribüne entstanden ist.


Rineke Dijkstra
*1959 in Sittard/NL; lebt und arbeitet in Berlin und Amsterdam.

Dijkstra ist durch ihre Portraitfotografie insbesondere von jungen Menschen international bekannt geworden. Sie trifft ihre Portraitierten zufällig an öffentlichen Orten, wie Badestränden, Parks usw. Die Abgebildeten erscheinen auf ihren Bildern merkwürdig künstlich ausgeleuchtet und gegenüber ihrer Umgebung entfremdet und isoliert. Die Fotografierten behalten stets etwas befremdlich Gestelltes, womöglich gerade dadurch, dass sie sich selbst so zeigen wollen. Doch genau diese Unzulänglichkeiten, sind es auch die die Würde der gezeigten Person ausdrücklich machen. Hierin erinnern Dijkstras Arbeiten an den großen Portraitfotografen August Sander. An die Arbeit des berühmten Westerwälders knüpft Dijkstras Fotografie-Projekt für »auf der Höhe« an. Im kommenden Sommer beabsichtigt Dijkstra an einer Serie von Fotografien von Jugendlichen an einer Blindenschule und/oder einem ausgewählten Campingplatz zu arbeiten. Diese Serie ist ihr Beitrag zu dem Projekt.


Olafur Eliasson
*1967 in Kopenhagen, lebt und arbeitet in Berlin

Eliasson produziert in seinen Arbeiten Naturphänomene mit technischen Mitteln, die ihren Ursprung als vom Menschen geschaffene Konstrukte offen zur Schau tragen, ja sogar selbst in ihrem ästhetischen Eigenwert mit präsentieren. Seine Arbeiten sind hierin still und minimalistisch, zielen nicht auf sensationelle Effekte. Gerade hieraus erwächst ihre Poesie. Die von ihm gestalteten Räume inszenieren Leere und Weite und laden zum Verweilen ein. Sie zeigen aber auch in einer vielfach ironischen Brechung die Entfremdung zwischen Mensch und Natur.

Für »auf der Höhe« schlägt Eliasson die Positierung von eigens kontruierten kleinen Leuchttürmen auf verschiedenen Anhöhen im Umfeld der Landesstrasse vor. Ihr Licht ist in unterschiedliche Farbsegmente unterteilt und erscheint aus unterschiedlichen Perspektiven in unterschiedlicher Farbigkeit und steht so in einem Verhältnis zur Bewegung durch den Raum.


Ludger Gerdes
* 1954 in Lastrup bei Lindern; lebt in München und Düsseldorf

Ludger Gerdes ist ein interdisziplinär arbeitender Künstler, der sich im umfassenden Sinn dem Raum gestaltend stellt. Im öffentlichen Raum, sei es in der Stadt oder in der Landschaft, nutzt er seine Gestaltungsvielfalt, indem er architektonisch denkt, Räume schafft oder diese umgestaltend neu definiert. Seine Formfindungen sind immer Neuschöpfungen und rekurrieren zugleich auf eine lange abendländische Tradition. Seine Skulpturen weisen so in eine Zukunft, ohne die Vergangenheit außer acht zu lassen. Zu den Formen treten vielfach Texte. Nicht nur darin zeigt sich, ein wie umfassend gebildeter Theoretiker Gerdes ist.

Er schlägt eine 15m hohe Darstellung eines irregulären Polyeders aus der Gruppe der 32 Kristallklassen vor. Neben dem Polyeder sieht er eine Schaufläche aus Emaille -Tafeln vor, auf denen Fotografien von Menschen gedruckt sind, die typische erscheinungsformen des westlichen Individualismus zeigen.


Ueli Michel
*1953 in Beinwil am See [CH], 2000 gestorben in Italien

Neben seinem umfangreichen malerischen Werk, entwirft Ueli Michel Farbkonzepte und malerische Überformungen für Architekturen und Orte. Seine ortsbezogenen Arbeiten gehen auf sehr komplexe Weise mit der Geschichte von Situationen um und sind gleichermaßen poetisch wie funktional.

Mit seinem Projekt »Circle« entwirft er ein rombenförmiges Zimmer im freien, das zugleich Malerei, Skulptur und Architektur ist. Im Innern des zum Himmel hin offenen Raumes wächst ein Schnurbaum. Der Raum wird durch die Fenster betreten. Die Fensterbänke dienen als Sitzgelegenheit, zugleich bieten die Fenster sieben unterschiedliche Ausblicke auf Straßen, Waldränder und Horizonte.


Dan Peterman
* 1960 in Minneapolis, lebt und arbeitet in Chicago

In Petermans künstlerischer Arbeit geht es gleichermaßen um formale Gestaltungslösungen wie um die Produktion von sozialen Prozessen und Kommunikation. Die Wiederverwertung und Aufbereitung von Entstandenem und Gedachtem ist bei ihm zentrales Thema. Recycling wird in seinen Arbeiten zu einem kommunikativen Ereignis. Seine gleichermaßen formal anspruchsvollen wie sozial vielschichtigen und ortsbezogenen Arbeiten haben ihn international bekannt gemacht.
Peterman schlägt vor, im Inneren eines Kreisverkehrs, einen im Pflanzabstand extrem verdichteten, schnell wachsenden, künstlichen Wald anzulegen. Der Wald ist umgeben von einen niedrigen Zaun aus recyceltem Kunststoff. In enger Kooperation mit Wald- und Umwelt-Spezialisten sowie der Recyclingindustrie der unmittelbaren Umgebung wird der Wald durch extrem nährstoffhaltigen Klärschlamm und Kompostmaterialien bis an die Grenze seiner poteniellen Wachsumsmöglichkeiten gedüngt.


Judith Samen
* 1970 in Gladbeck, lebt in Düsseldorf

Judith Samen arbeitet als Fotografin, als subversive Regisseurin und als Performerin. Ihre Arbeit hört aber mit dem Rahmen nicht auf. Sie inszeniert sie in bestehenden oder selbsternannten Fritten-Buden, baut Blockhütten wie anheimelnde Pilgerstätten für die Bilder, schafft Situationen, in denen sich Betrachter begegnen und auch gegenseitig beobachten müssen.

Im Umfeld des neu gebauten ICE-Bahnhofs soll ein von der Künstlerin gestalteter »Westernwald-Grill« sowie ein Denkmal für die »Westerwälder Hausfrau« entstehen. Das Denkmal soll an die berühmte Backtradition der Westerwälder Frauen erinnern. Der Grill soll in Kooperation mit einem zukünftigen Betreiber nach den Plänen der Künsterlin ausgeführt werden und der ganz traditionellen Funktion leiblicher Versorgung dienen; mit dem Unterschied allerdings, dass die Nahrungsaufnahme wie ein bedeutsames Ritual inszeniert ist.


Apolonija Sustersic
* 1965 in Ljubljana[Slowenien], lebt in Ljubljana und Amsterdam

Sustersic ist gleichmaßen Architektin wie Bildhauerin. Ihre Arbeiten, mit denen sie Räume in ihren Funktionen neu bestimmt, haben sie in der jungen internationalen Kunstszene bekannt gemacht. Sie verknüpft erfundene mit tatsächlichen Funktionen und beherbergt funktionale Zusammenhänge in Räumen, in denen man sie nicht erwartet. Dabei geht sie auf vielschichtige Weise mit den Voraussetzungen ihrer Arbeit und mit Erwartungen und Bedingungen um.

Mit ihrem Projekt »Domesitc Garden Self Service«, dem »Hausgarten zur Selbstbedienung« entwirft sie einen Ort zwischen Rastplatz, Treibhaus, städtischem Hausgarten und kommerziellem Warenaustausch. Es wird ein Ort sein, an dem die Vorbeifahrenden Rast machen können, ein Ort, an dem man Blumen oder frischen Salat mitnehmen oder an Ort und Stelle zubereiten kann. Die Einrichtung einer Picknickzone lädt zum Verweilen ein, so als wäre man in seinem eigenen Garten. Für den »Hausgarten zur Selbstbedienung« soll ein Betreiber gefunden werden, der den Ort vergleichbar zu Selbstbedienungskonzepten bei Erdbeerfeldern oder Straßenständen mit Geldeinwurf organisiert.