Barbara
Köhler artist in dialog WS 99/00
project at uni-w/h
Als »artist/writer in dialog« begleitete Barbara Köhler die
Entwicklung einer Textinstallationen für die Halle der Universität
mit dem Seminar »Im Satzbau und außerdem«. In der Vorankündigung
hierzu schrieb sie: »Das Seminar wird kein Kurs für kreatives Schreiben
sein. Auch Ihr Stil wird höchstwahrscheinlich nicht verbessert werden.
Niemand wird Ihnen sagen und zeigen, was für eine spaßige, entspannte
und völlig einfache Sache Schreiben ist. Sollten Sie jedoch in dieser
Hinsicht Skrupel haben: darauf ließe sich bauen. Ein Sprachraum, zuallererst
also: Fundamente und Wände Grenzen. Öffnungen, Ausgänge,
Durchblicke später. Ein Satzbau, in dem Personen [erste, zweite, dritte,
Singular und Plural] wie auch Auffassungen von Sprache und Raum einander begegnen,
durchkreuzen, verfehlen oder/und überlagern können. Begehbar in
den verschiedensten Richtungen: in Abrichtungen, Einrichtungen, Ausrichtungen,
Vorrichtungen, Gegenrichtungen. Von Nachrichten und Berichten. Hin auf seltsame
Attraktoren oder versuchsweise mit dem Kopf durch die Wand. Darüber hinaus
ins Andererseits, das nur unbedingt ein Jenseits ist. In der Schrift. Bedingt
und belebt aber wird es beziehungsweise: ein Freiraum, in Grenzen.«
Die »Raumbeschreibungen«, die die aus Chemnitz stammende und in
Duisburg lebende Schriftstellerin Barbara Köhler eigens für bestimmte
Situationen in der Universität entwickelte, werfen mit vielschichtigen
Wortspielen unterschiedliche Perspektiven auf räumliche Situationen und
verstricken den Leser, den sie zunächst scheinbar harmlos und lapidar
ansprechen, in ein Beziehungsnetz aus unterschiedlichsten Bedeutungsreferenzen,
das nur durch die Vieldeutigkeit von Sprache verknüpft bleibt.
Am 15. Juni 2000 fand im Rahmen der Reihe on ZOFA eine Lesung
von Barbara Köhler statt. Verbunden mit dem »after-work-club ZOFA
surf ace - chill out mit dj stephan« hielt Barbara Köhler
[writer in dialog ws 99/00] eine lecture on space. Sie las Gedichte
und Texte aus ihren bisherigen Büchern, die sich so wie auch ihre Textinstallationen
in der uni-wh mit dem Raum, dem gebauten wie dem gesprochenen, beschäftigen.
Anschließend an die Lesung fand eine Diskussion zu ihren Raumbeschreibungen
in der Universität statt.