Uni WH LOGO
art in dialog
now
projects uni wh
extern projects
artists

Lenzlinger und Steiner#
texts
spornsors
Derzeit sind zwei große Wandmalereien von Gerda Steiner (geb.1967) und ein Brunnen von Jörg Lenzlinger (geb. 1964) in der Campushalle zu sehen.

Das schweizer Künstlerduo stellt eine ungewöhnlichen Mischung aus Neo-Alchemismus und FlowerPower Pop her. Die beiden jungen Globetrotter verbreiten mit ihren Arbeiten einen entwaffnenden Optimismus, weil sie eine Sicht der Natur entwerfen, die einen positiven Erlebnisraum jenseits von Romantik, engagierter Ökologie und naturwissenschaftlicher Analyse eröffnet. Die Bildwelt von zellbiologischen Vergrößerungen, naturwissenschaftlichen Zeichnungen, abstrakter Landschaftmalerei und comicartiger Popart verschmelzen hier zu einer neuen, raumgreifenden Weltsicht.

Die beiden Künstler sind auf dem internationalen Parkett inzwischen keine unbekannten Akteure mehr. Nach Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen in Paris, Basel, Warschau, Berlin, den USA und der Realisierung einer raumgreifenden Arbeit für die schweizerische Expo werden sie auf der kommenden Biennale in Venedig eine große Installation in einer Kirche realisieren.

Die im Oktober 2002 für die Universität entstandene große Übereck-Wandmalerei "Unendlichschleife" von Gerda Steiner erinnert naturwissenschaftliche Grafiken – nicht zuletzt aber auch Bilder aus der Chaosforschung. Die Wandmalerei vor den Verwaltungsräumen der Zahnklinik läßt an Zellvergrößerungen oder Bakterien denken. Trotz der Größe will sie jedoch alles andere als bedrohlich erscheinen – eher als etwas Gutartiges, wie Gerda Steiner selbst sagt.

Jörg Lenzlingers Brunen, der mit gefärbtem synthetischem Harnstoff befüllt ist, erzeugt einen seltsamen Mix aus Kitsch und giftiger Farbigkeit. Wenngleich die Flüssigkeit vollkommen ungiftig ist, so wirken die am Rand sitzenden arglosen Vögelchen doch in ihrer Idylle vom Kristallwachstum gleichermaßen bedroht wie umschlossen.

Ausschlaggebend für die Einladung der beiden Künstler an die Universität Witten/Herdecke war die Idee, unter dem Titel "new views on nature" Arbeiten zu zeigen, die einen eigenen Naturbegriff zu eröffnen versuchen. In dieser Reihe wird auch Andrea Wolfensberger für die Räume der Fakultät für Biowissenschaften Arbeiten entwickeln.