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Die Passion zu malen.
Zur Bildauffassung bei Matthias Grünewald Karen van den Berg

[22 x 15 cm, broschiert, 232 Seiten, 49 S/W Abbildungen]
DM 35,- ÖS 245,- SFr. 35,-
ISBN 3–932256–00–X

Das Buch führt den Betrachter in die Bildsprache der deutschen Renaissance. Sie untersucht die Malerei Grünewalds als Phänomen, das auf eine tiefgreifende und zeitgemäße Neuinterpretation religiöser Themen ausgerichtet war. Sie zeigt, daß Grünewald dabei das, was ein Bild sein kann, für sich grundlegend neu definierte: Bild ist bei ihm nicht zuerst Abbild. Grünewald verlangt vom Betrachter weniger einen konstatierenden als vielmehr einen schöpferischen Blick. Nicht Kommunikation, sondern Partizipation wird hier gefordert. Der Betrachter ist als teilhabendes Subjekt angesprochen und nicht durch eine räumliche oder eine zeitliche Perspektive absolut gesetzt. Die diskontinuierliche Offenheit dieser Bilder macht ihn zu einem Suchenden, dem die Möglichkeit, sich an faßbaren Sachverhalten und feststellbaren Zusammenhängen zu orientieren, genommen wird. So begründet die Autorin zugleich die Aktualität dieser Bilder für den Betrachter des ausgehenden 20. Jahrhunderts.